Wenn die Kraft nicht mehr reicht…

Was im Englischen mit „Burn-out“ (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bezeichnet wird, kennen wir als Erschöpfung, Zusammenbruch oder Leistungsunfähigkeit. Zu den ersten Warnsignalen zählen oft chronische Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Energiemangel. Schlafstörungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und leichte Gedächtnislücken sind die Folge. Kleine Aufgaben fallen immer schwerer. Je länger man die Erschöpfung verdrängt und dagegen ankämpft, umso mehr werden Kraftreserven aufgebraucht. Es bleibt immer weniger Kraft und Muse für Hobbies, eine abwechslungsreiche Ernährung, sportliche Aktivitäten und Abwechslung übrig.

Ab einem gewissen Punkt sind Motivation und Selbststeuerung nicht mehr vorhanden.

Man zieht sich zurück, soziale Kontakte leiden, am gesellschaftlichen Leben nimmt man nicht mehr teil. Ungeduld, Intoleranz, leichte Reizbarkeit und das Gefühl der inneren Ohnmacht und Leere sind typische Symptome. Weitere Begleiterscheinungen können außerdem sein: Atemnot, Herzbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, Entscheidungsschwäche, Unruhe, Nervosität, Pessimismus, depressive Verstimmungen, fehlendes Selbstwertgefühl, Resignation, Flucht in Suchtmittel (z.B. Koffein, Nikotin, Alkohol, Kokain, Amphetamine).
Je öfter der Körper über die Grenzen hinaus gefordert wird (z.B. durch eine Überdosis Koffein, Cola, Nikotin oder Alkohol) umso schneller kann das zu irreversiblen Schäden der Nebennieren und Drüsen führen. Koffein bringt keine Energie, es mobilisiert nur die Energiereserven. Wenn die „Batterie“ aber ohnehin schon fast leer ist, dann wird diese fast aufgebrauchte nur noch weiter entleert.
Wussten Sie, dass Koffein auf der Dopingliste für Sportler steht? Wenn eine bestimmte Koffeinmenge im Blut oder Urin überschritten wird, werden die Sportler disqualifiziert. Warum? Der Organismus hat einen natürlichen Schutz vor einer Verausgabung, Müdigkeit und Kraftlosigkeit verlangen nach Pausen. Kaffee und andere stimulierende Mittel verleiten dazu weiterzumachen, auch wenn der Körper nicht mehr kann. 

Einige Organe und Hormone im Körper spielen bei Erschöpfung eine große Rolle und können im schlimmsten Fall auch streiken:

  1. Nebennieren
  2. Schilddrüse
  3. Bauchspeicheldrüse
  4. Galle, Leber, Darm
  5. Eierstöcke und Hoden
  6. Gehirn

Bei Erschöpfung schaffen es die Nebennieren zunehmend weniger den Körper mit ausreichender Hormonausschüttung zu versorgen. Die Stresshormone Cortisol und Adrenalin oder auch das Noradrenalin werden in den Nebennieren gebildet. Wenn in den Eierstöcken oder Hoden nicht mehr genug Hormone gebildet werden, versuchen die Nebennieren dies zu kompensieren. Wenn körpereigenen Ausgleichsmöglichkeiten erschöpft sind, lautet die Diagnose „Burn-out“. 

 

In Blut und Speichel gibt es verschiedene Tests, um den Status der (noch übrigen) Leistungsfähigkeit festzustellen.

Bei Burn-out ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden, die Stressfaktoren zu erkennen und dementsprechend sein Leben zu ändern. Dies erfordert in der Regel viel Kraft und Überlegung, ein Gespräch mit einem vertrauten Therapeuten, Stresstherapeuten oder Seelsorger kann hier von großem Nutzen sein. Bei Burn-out ist es nicht sinnvoll, sein Leben von heute auf morgen radikal zu verändern, sondern Schritt für Schritt vorzugehen.


:: Links
www.erschoepfungszustand.de/burnout-syndrom
www.adrenal-fatigue.de
www.kit-online.org/HT-Nebennieren
www.zentrum-der-gesundheit.de/burn-out-syndrom.html