Hormone in der Schwangerschaft?

Diese häufige Frage dreht sich um eine eventuell nötige hormonelle Unterstützung während einer begonnenen Schwangerschaft – manchmal nur in den ersten Wochen und in selteren Fällen bis zur Geburt. Die natürliche Hormonversorgung für das noch kleine Menschlein wird in den ersten 3-4 Monaten einer Schwangerschaft in zunehmendem Maß von den Eierstöcken ausgeschüttet. Im 4. Monat kommt mehr und mehr die Hormonproduktion (von Estradiol, Estriol und Progesteron) der kleinen Plazenta dazu. Demnach spielt in den ersten drei S-Monaten die Leistungsfähigkeit der Eierstöcke eine große Rolle. Liegt bei der Mutter eine (bekannte) hormonelle Unterversorgung vor, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bei erhöhter Anforderung in den ersten S-Monaten die Hormonversorgung sehr knapp wird. Eine mangelnde Hormonversorgung bedeutet für Mutter und Kind eine Beeinträchtigung. Ein kleines Leben braucht ein gewisses Mindestmaß an Hormonversorgung um zu überleben und um sich gesund zu entwickeln. Dies gilt nicht nur für die ersten 3 Monate im Mutterleib sondern auch über die Geburt hinaus. Misst man über einen Speichel-Hormontest kontinuierlich die Hormonversorgung einer gesunden Frau während der 9 Schwangerschaftsmonate, so wird ein erstaunlicher Anstieg sichtbar. (Siehe Schwangerschaftswerte auf www.censa.de)

Diese natürlichen Hormone haben eine andere Molekülstruktur als die Pillenhormone, die man oft als Gestagen- und Östrogenderivate bezeichnet. Veränderte Hormone (Derivate) – also nicht den körpereigenen Hormonen entsprechend - wirken mit ihrer veränderten Molekülstruktur teilweise sehr anders als die körpereigenen Hormone. Die Pille soll eine Schwangerschaft verhindern. Im Gegensatz dazu begünstigen die körperidentischen Hormone (in physiologisch angemessenem Maß!) den Beginn und gesunden Verlauf einer Schwangerschaft. Progesteron (in körperidentischer Form) ist offiziell als medikamentöse Unterstützung in der Schwangerschaft zugelassen. Die Gestagenformen in der Pille würden in der Schwangerschaft schwerste Schäden oder einen Abgang bewirken. Muss da nicht ein gravierender Unterschied zwischen diesen beiden Hormonarten vorliegen?

Erfahrung 1: Frau A.B. wurde zum zweiten Mal auf natürlichem Wege schwanger. Wieder hat sie mit fürchterlicher Übelkeit und häufigem Erbrechen zu kämpfen. In der ersten Schwangerschaft blieben die täglichen Beschwerden bis zum Tag vor der Geburt. Zeitweise nahm die Frau mehr ab als zu. So kommt sie auch am Anfang ihrer 2. Schwangerschaft bereits geschwächt und erschöpft in die Sprechstunde der behandelnden Ärztin. Die Frage stand im Raum, ob es denn inzwischen nicht Hilfen gibt bei solch fürchterlicher Übelkeit. Die Ärztin versuchte die Schwangere zu trösten mit den Worten: „Manche trifft es härter als andere. Manches Baby fordert von seiner Mutter einen hohen Preis! Beim ersten Kind haben sie und das Baby ja auch alles gut überstanden. Da wird es diesmal schon auch wieder gut gehen.“ Eine mögliche Ursache oder wirksame Gegenmaßnahme war der ansonsten erfahrenen und sehr netten Gynäkologin nicht bekannt. Auf die Hormone angesprochen meinte sie, dass man in der Schwangerschaft keine Hormone geben darf. Im Arzneimittelverzeichnis (Rote Liste) findet man aber z.B. ein Progesteronprodukt mit einer sehr hohen Dosierung - speziell für den Schwangerschaftserhalt! Für alle Betroffenen zum Trost: Es gibt für die meisten Fälle sogar mehrere Hilfsmöglichkeiten – der jeweiligen Ursache nach individuell verschieden! Nicht immer ist das Progesteron die Ursache der Übelkeit!

Erfahrung 2: Nach bereits zwei durchlittenen Schwangerschaftsabgängen kündigt sich mit einem positiven Schwangerschaftstest ein neues Leben an. Über eine medizinische Fachkraft fand die werdende Mutter diesmal Hilfe, um die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu optimieren. Mit hormonellen Unterstützungen über Pflanzen, Nahrungsmittel, körperidentischer Estriolhilfe und behutsamer Schilddrüsenregulierung wurde sie diesmal ohne IVF (künstliche Befruchtung im Kinderwunschzentrum) schwanger. Die Freude war groß! Stolz berichtete sie Ihrer Gynäkologin von dem erfreulichen Testergebnis. Die Gynäkologin gratuliert höflich und meinte, dass man lieber das Ende vom dritten Monat abwarten sollte, bevor man sich gefühlsmäßig „zu sehr“ auf das Kind einstellt… Die Hormonunterstützung mit Estriol müsse aber sofort beendet werden. Estrogene seien in einer Schwangerschaft „gefährlich“. Die Mutter holte sich eine zweite Einschätzung bei einem damit vertrauten Arzt – und durfte mit seiner behutsamen Begleitung ein gesundes Kind zur Welt bringen! Der zweite Arzt kannte den Unterschied zwischen den Gestagen- oder Östrogenderivaten in der Pille und den körperidentischen Hormonen, die in großer Menge in der Schwangerschaft benötigt und gebildet werden.

A) Das Ethinyl-Estradiol (EE) der meisten Pillen und das 17-ß-Estradiol (E2) sind zwei unterschiedliche Hormone!

B) Das Schleimhauthormon Estriol (E3) braucht die werdende Mutter für sich und das Kind naturgemäß in gigantischen Größenordnungen – ganz gleich ob sie einen Jungen oder ein Mädchen erwartet. Estriol ist nicht weiblich geschlechtsprägend! (Das Estradiol aber sehr wohl!) Wenn Estriol im 9. Schwangerschaftsmonat das naturgemäß am meisten ausgeschüttete Geschlechtshormon ist, dann sollte es ein sehr geringes „Gefahrenpotential“ haben.

C) Um einen Anhaltspunkt zu haben, wo denn die „Wohlfühlspanne“ liegt von gesunden Frauen während der 9 Schwangerschaftsmonate, muss man bei vielen Probandinnen die keine Beschwerden haben und auch keine vorausgegangenen Abgänge beklagen mussten monatlich messen. Genau das hat Censa in Zusammenarbeit mit dem Labor und dem Testkithersteller getan. Die Kurven können sie hier auf der Seite einsehen: www.censa.de

Estriol, Estradiol Progesteron. Wenig Veränderung ist zu sehen bei den Hormonen Testosteron und DHEA.

Wer ist für eine hormonelle Regulierung in der Schwangerschaft zuständig?
Um hier autorisiert begleiten zu können, muss man Facharzt/ -ärztin für Gynäkologie sein. Das Thema Hormone betrifft aber nicht nur den Unterbauch der Frau, sondern den kompletten Körper, die Gefühle und die Gehirnleistung. Deshalb betrifft das Thema Hormone immer sämtliche medizinische Fachbereiche – auch in der Schwangerschaft. Die rechtliche Vorgabe zwingt dazu, in der Zeit einer Schwangerschaft dem Gynäkologen das letzte Wort zu geben. Er/sie entscheidet, ob die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften (Ärzten, Hebammen, Heilpraktikern) zu suchen sei. Eine Gynäkologin ist selten auch eine Schilddrüsenexpertin, die sich mit Autoimmunstörungen während der Schwangerschaft auskennt. Welcher Gynäkologe ist ein ausgebildeter Psychologe oder erfahrener Darm-Therapeut? Was weiß er von extremen Schwierigkeiten bei einer Blutzuckerregulierung bei Diabetikern Typ 1? Kennt er sich mit einer ausgeprägten Nebennierenschwäche aus, oder mit hormonell bedingten Sehstörungen und Hautproblemen?

Gibt es Hilfen bei starken Beschwerden oder Abganggefahr in der Schwangerschaft?
Die meisten Abgänge und Schwangerschaftsbeschwerden sind in den ersten 3-4 Monaten zu beobachten. Erst wenn die Plazenta am Ende des dritten Schwangerschaftmonats die Eierstockarbeit mehr und mehr ergänzt, verschwinden bei vielen Frauen die typische Übelkeit und die Abgangsgefahr lässt nach. Diese altbekannte Beobachtung sollte eigentlich eine medizinische Fachkraft zu der Frage führen, welche Hormone hier eine Rolle spielen könnten - vielleicht sogar eine Hauptrolle.

Ursachen für starke Schwangerschaftsbeschwerden und Abgänge gibt es viele. Wenn man Ursachen für Beschwerden der Mutter oder Lebensgefahr für ein Kind erkennen möchte, dann sind Art, Heftigkeit und Dauer der Symptome ein möglicher Hinweis auf Zusammenhänge und eventuelle Untersuchungsmethoden. Hormonelle Ursachen sind dabei eine von mehreren möglichen Faktoren. Hoffentlich fällt Ihrer behandelnden Fachkraft mehr ein, als das „unabänderliche Schicksal“ oder „die Natur“ für die Beschwerden verantwortlich zu machen.

Ein Gynäkologe ist rechtlich besser geschützt, wenn ein Kind im Mutterleib stirbt weil er nichts getan hat oder weil er zur Abtreibung ermutigte, als wenn er z.B. ein Medikament einsetzt und das Kind im Mutterleib (trotzdem) stirbt. Das ungeborene Leben hat keine rechtliche Lobby, die für sein Überleben und für sinnvolle, ethisch vertretbare Behandlungsweisen während der Schwangerschaft kämpft. Wer denkt an diejenigen Kinder, die zwar geboren wurden, aber beeinträchtigt oder behindert sind aufgrund einer mangelnden, unterlassenen (Hormon-) Versorgung in der Schwangerschaft?

Fragen die zu Antworten und Umdenken führen sollten:

  • Würde eine bisherige Hormon-Substitution von Schilddrüsenhormonen, Insulin oder Cortison einfach unterbrochen werden sobald die Schwangerschaft eingetreten ist? (Das könnte fatale Folgen haben für Mutter und Baby.) Warum lehnen so viele Ärzte eine hormonelle Hilfe in der Schwangerschaft ab, wenn ein nachgewiesener Mangel an Progesteron, Estriol, Estradiol, DHEA oder Testosteron besteht?
  • Wird ein bisher geschwächter und unterstützter Eierstock über Nacht auf rätselhafte Weise wieder wie neugeboren, sobald neues Leben entsteht?
  • Wer kommt auf die seltsame Idee, die bisherige, dringend nötige Unterstützung der Eierstöcke und Nebennieren sofort und schlagartig aufzuhören, wenn eine Schwangerschaft nur mit Hilfe eines natürlichen Hormonausgleichs zustande kam?
  • Könnte es sein, dass viele Ärzte nicht unterscheiden können zwischen den synthetisch veränderten Hormonderivaten in der Pille (die eine Schwangerschaft verhindernden) und den körperidentischen, natürlichen Hormonen, die von den Eierstöcken und der Plazenta gebildet werden?
  • Was rechtfertigt eine unterlassene Hormonhilfe in den ersten Schwangerschaftsmonaten bei Frauen – besonders bei denjenigen, die bereits Abgänge erlebt haben und bei denen ein drastischer Hormonmangel per Test nachgewiesen wurde?
  • Ist es wirklich ein unabänderliches Schicksal, wenn eine Mutter einen oder mehrere Abgänge durchleiden muss oder das Kind aufgrund von Hormonmangel in seiner Entwicklung beeinträchtigt wurde?
  • Welcher Gynäkologe interessiert sich für weltweite Forschungsarbeit bezüglich Hormonausschüttungen und gesunden Hormon-Messbereichen in der Schwangerschaft?
  • Ist ein Desinteresse, Verdrängen und Nicht-Wissen über Hormonzusammenhänge der automatische (rechtliche und ethische) Freispruch für unterlassene Hilfeleistung einer gynäkologischen Fachkraft bei massiven Schwangerschaftsbeschwerden und Abganggefahr?


:: Häufige Fragen
Schaden natürliche Hormone währen der Stillzeit meinem Kind?
Das kommt ganz darauf an, ob Sie tatsächlich eine Unterstützung brauchen. Ein ausgewogenes Stillzeit-spezifisches Hormongleichgewicht ist die beste Voraussetzung dass Mutter und Kind im ersten Jahr gesund und kräftig bleiben. Eine Schwangerschaft hat eine dafür typische, teilweise gigantisch ansteigende Hormonausschüttung. Körperidentische Hormone sollten aber mit großer Behutsamkeit und immer in enger Überwachung der Werte ausgeglichen werden, wenn das naturgemäße Hormongleichgewicht nicht stimmt. Aus unserer Erfahrung wären viele Beschwerden, Abgänge und gesundheitliche Fehlentwicklungen in der Schwangerschaft vermeidbar, wenn die hormonellen Faktoren in die Schwangerschaftsüberwachung routinemäßig mit einbezogen werden würden. Es ist uns ein Rätsel warum unsere wissenschaftliche Medizin diese Untersuchungen verwehrt, obgleich man im Speichelhormontest ein dafür geniales Werkzeug hätte. Dem heranreifenden Baby können körperfremde Derivatformen sehr wohl schaden. Erhebliche Überdosierung mit natürlichen Geschlechtshormonen oder Schilddrüsenhormonen sollte unbeding vermieden werden! Jegliche Substitution und Überwachung gehört in die Hand der begleitenden Gynäkologen und Geburtshelfer.