Schilddrüsenprobleme

Viele Symptome von Schilddrüsenproblemen decken sich mit denen unausgewogener Geschlechtshormone. Es ist in den wenigsten Fällen auf den ersten Blick erkennbar, welche Hormongruppe zuerst aus dem Lot geriet. Sicher ist aber, dass beide Hormongruppen (zusammen mit den Stresshormonen!) wie Zahnräder ineinandergreifen. Ein Chaos im Geschlechtshormonbereich bedeutet fast immer eine überforderte Schilddrüse (SD). Selten handelt es sich nur um eine reine Unterfunktion oder Überfunktion. Das häufigste Szenario zeigt heftige Schwankungen von beiden Extremen. Das ist eine Herausforderung an die Testung Besonders schwierig wird das Diagnostizieren, wenn Autoimmunstörungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow die Schilddrüse eskalieren lassen.

 Wichtige Infos zur Schilddrüsentestung

  1. Schilddrüsenhormone müssen im Blut gemessen werden. Die Testung über Speichel scheidet in diesem Fall aus, da die Moleküle der SD-Hormone zu groß sind, um sie im Speichel erfassen zu können.
  2. Es sollten immer mindestens die drei Werte TSH, FT3 + FT4 gemessen werden. Eine alleinige TSH-Messung ist ungenügend um eine solide Diagnose erstellen zu können.
  3. Bei starken Symptom-Schwankungen sind auch die Antikörper-Tests sinnvoll (TPO / MAK, TGAK, TRAK).
  4. Treten trotz unauffälliger Messwerte typische SD-Symptome auf, dann sollte eine noch detailliertere Beobachtung und Messung erfolgen.
  5. Die billigste und einfachste SD-Untersuchung ist das Messen der Aufwachtemperatur. Je niedriger die durchschnittlichen Messungen sind, umso wahrscheinlicher ist eine zumindest morgendliche Unterversorgung von SD-Hormonen.
  6. Auch Heilpraktiker sind berechtigt Blut abzunehmen und Laborleistungen zu ermöglichen.
  7. Bei starken SD-Symptomen oder einer wachsenden SD ist u.a. eine Ultraschall-Untersuchung ratsam.
 

 Zusammenspiel von Faktoren bei Schilddrüsenproblemen

 Die Schilddrüse ist abhängig von: 

  • ausgewogener Versorgung an Nährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Proteine)
  • ausgewogener Versorgung an Geschlechts- u. Stresshormonen
  • ausgewogenem Lebensstil
  • gesunde Darm- und Leberfunktion
Das Wort „ausgewogen“ macht deutlich, dass es bei allem ein Zuwenig und ein Zuviel geben kann. Beide Extreme schaden der Schilddrüse gleichermaßen. Daher ist es uns wichtig, dass man sich bei SD-Problemen nicht nur allein den TSH-Wert ansieht sondern viele Faktoren abfragt.
 
Fachkräfte, die auf unserer Beraterliste stehen, sind u.a. speziell über diese Zusammenhänge bei SD-Störungen geschult.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass oftmals allein durch eine behutsame Regulierung der oben genannten Bereiche, die SD-Funktion wieder normalisiert werden kann. Zumindest ermutigen wir zum Versuch, die Schilddrüse soweit wie möglich zu regenerieren. 

Schilddrüsenprobleme in der Schwangerschaft

Zu Recht untersuchen Gynäkologen in der Schwangerschaft die Schilddrüse. Die rasch steigenden Geschlechtshormone regen die SD an, was u.a. zu der Schwangerschaftsübelkeit beitragen kann. Wenn werdende Mütter schon vor der Schwangerschaft SD-Hormone angewendet haben, ist manchmal eine mehrmalige, sensible Anpassung der bereits eingenommenen SD-Präparate erforderlich. Schilddrüsenprobleme beeinflussen den Verlauf einer Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes. Beide Extreme der SD-Versorgung sind gleichermaßen schlecht in der Schwangerschaft und gefährden die Entwicklung des Kindes!

Schilddrüsenprobleme bei unerfülltem Kinderwunsch

Auch bei ausbleibendem Nachwuchs können Schilddrüsenstörungen eine Rolle spielen. Sie sorgen oft dafür, dass kein neues Leben entstehen oder bleiben kann. Der Körper der Frau ist manchmal so schwer beschäftigt mit einer Schilddrüsenerkrankung oder –schwäche, sodass keine Kraft für eine Schwangerschaft vorhanden ist. In solchen Fällen werden damit vertraute Ärzte und Heilpraktiker/innen eine sanfte Schilddrüsenregulierung vorschlagen.
 

Chronische Schilddrüsenentzündung

Eine chronische Entzündung der Schilddrüse ist leider keine Seltenheit. Normalerweise haben wir Schmerzen, wenn ein Körperteil entzündet ist. Bei einer SD-Entzündung ist das selten der Fall. Daher wird sie oft erst nach Jahren erkannt. Dafür typisch wäre eine zunehmend schwächere SD-Funktion mit heftigen Schwankungen von Über- und Unterfunktion. Sollten Sie den Verdacht haben, bitten Sie den Arzt auch um eine Testung der Antikörper. Sehr zu empfehlen ist das Buch „Jeden Tag wurde ich dicker und müder – Mein Leben mit Hashimoto“ sowie „Die Hashimoto-Diät“, beides von Vanessa Blumhagen. Außerdem „Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln“ von Datis Kharrazian und das Buch „Jod – Schlüssel zur Gesundheit“.