Wegbereiterin des natürlichen Hormonaugleichs:   Dr. med. Katherina Dalton / England (1916-2004)

Staatliche Ausbildung zur Fußpflegerin; veröffentlichte als  selbständige Fachkraft ein Lehrbuch für medizinische Fußpflege, das für 20 Jahre Einsatz fand.

1939 heiratete sie Wilfred Thomson, der im 2. Weltkrieg ums Leben kam.

1943 begann sie das Medizinstudium in London und heiratete 1944 den medizinischen Studienkollegen Tom Dalton, mit dem sie 4 Kinder hatte.

Sie starb mit 87 Jahren am 17.09.2004

Als sie das erste Mal schwanger war, verschwanden ihre regelmäßig auftretenden Migräne-Attacken. Immer wieder hatte sie mit Patientinnen zu tun, bei denen auffällige „Zustände“ einmal im Monat auftraten. Mit großem Interesse nahm sie immer häufiger an sich und anderen Frauen wahr, dass ihre monatlich auftretenden Schwankungen mit Ihrem Zyklus zusammenhängen mussten. Sie wusste, dass das Progesteron in der Schwangerschaft eine große Rolle spielt und auch in der 2. Zyklusphase eine besondere Rolle hat. Langsam verdichtete sich der Verdacht, dass ein Mangel an Progesteron in der 2. Zyklusphase eine mögliche Ursache von den monatlich genau zu dieser Zeit auftretenden Beschwerden und Stimmungsschwankungen sein könnte. Sie prägte den Begriff PMS für Prämenstruelles Symdrom. Es gelang ihr sogar, dass die britische Rechtsprechung mildernde Umstände gewährte, wenn eine Frau nachweislich unter PMS litt.

Der Endokrinologe Dr. Raymond Greene empfahl ihr, es doch einmal mit einer Unterstützung mit natürlichem Progesteron zu versuchen. So begann sie selbst bei sich und einigen wenigen Patienten das Progesteron auszuprobieren – jeweils mit einem sofortigen Erfolg. Sie veröffentlichte ihre ersten Erfahrungen im Medical Journal im Jahr 1953.

Literatur:

  1. Ihr Buch „Once a Month“ wurde in 17 Sprachen übersetzt – auch in Deutschland wurde es veröffentlicht.
  2. Depression after Childbirth: How to Recognize, Treat, and Prevent Postnatal Depression.

Wesentliche Entdeckungen von Katharina Dalton:

  1. Progesteron in natürlicher Form erleichtert / beseitigt typische PMS-Symptome in der 2. Zyklusphase.
  2. Progesteron in natürlicher Form lindert in vielen Fällen die Wochenbett-Depression. Unerklärliche Kindstötungen wären vermutlich vermeidbar mit einer Progesterongabe in den Wochen / Monaten nach der Geburt.
  3. Sie vermutete, dass unregelmäßiges Essen mit damit einhergehenden Adrenalinausstößen die Progesteronausschüttung beeinflusst, was mit kleinen Mahlzeiten alle drei Stunden vermeidbar wäre.

Dr. Dalton bevorzugte Anwendungen mit Vaginal-Zäpfchen oder Spritzen mit relativ hohen (anfangs mit noch nicht mikronisierten) Progesterondosen. Ihre Empfehlung von bis zu 2 x 400mg pro Tag in der 2. Zyklusphase findet sich heute noch bei einigen Ärzten und Heilpraktikern, die mit Progesteron substituieren. Wie weit sie sich auf die Speicheltest-Überprüfung eingelassen hat, ist mir nicht bekannt. (Jawohl 1999 war bereits davon die Rede!!) In einem der letzten langen Interviews hat sie die entsprechende Frage ausweichend beantwortet.

Bis heute verschließen sich Ärzte und Kliniken den Beobachtungen von Frau Dr. Dalton. Besonders die Herausforderung der langen Beobachtung und die Unterscheidung von anderen Zusammenhängen erfordert eine enge Zusammenarbeit von Frau und Arzt. Das ist die pillengewohnte Gesellschaft heute nicht mehr gewohnt. Damals wie heute können nicht viele medizinische Fachkräfte den Unterschied zwischen Gestagen-Derivaten (Progestinen) und dem natürlichen Progesteron beschreiben. Diese Verwechslung sorgte mit dafür, dass das Thema PMS und das natürliche Progesteron für viele Kliniken und wissenschaftliche Forschungen verschlossen blieben – erst recht im Zuge einer immer mehr Pharma- bestimmten Medizin.

:: Links
http://www.natural-progesterone-advisory-network.com/PDFs/dalton.pdf