Was ist PMS?

Viele Frauen haben oft das Gefühl ihr Körper spiele mit ihnen Achterbahn. Viele Tage geht es ihnen sehr gut, sie fühlen sich stark, entscheidungs- und handlungsfähig und meistern ihren Alltag ohne große Probleme. Doch plötzlich kommen diese heimtückischen, verrückten Tage, an denen sie eine andere Person zu sein scheinen. Launen, Kopfschmerzen oder andere Schmerzen tauchen, oft an ganz bestimmten Stellen des Körpers, auf. Allergien oder Ekzeme schlagen zu, Depressionen, z.T. mit heftigen Weinkrämpfen oder Ängsten, zehren an den Nerven. Weitere Symptome können emfpindliche Brüste, geschwollener Bauch, Müdigkeit, Heißhunger, Schlafstörungen, Muskelschmerzen oder Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen sein. Im Alltag wird selbstverständlich schnell alles zuviel. Erfreuliche Anlässe oder Sexualität werden zum notwendigen Übel. Auf die Arbeit wäre in dieser Zeit leicht verzichtbar. Oft entstehen tiefe Schuldgefühle, z.B. über das Versagen sowie dem Ausrasten bei Kleinigkeiten. Gefühle werden versteckt und verdrängt. Ehemänner, Töchter, Söhne, Arbeitskollegen, Nachbarn, Kunden etc. sind indirekt betroffen. Der Umkreis kann oft nicht nachvollziehen, warum die betroffene Person so unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legt.

Meistens fangen Betroffene und Außenstehende an zu rätseln, womit diese Schwankungen verknüpft sein könnten. Mit der Pubertät? Den Wechseljahren? Aber was ist dazwischen?

Diese Symptome sind oft nicht eindeutig zuzuordnen, wie z.B. bei einem Knochenbruch. Aufmerksame Beobachter stellen vielleicht fest, dass sich die Symptome in einem ganz bestimmten Rhythmus und Zeitabstand wiederholen. Liegen die schlimmen Tage in der 2. Zyklushälfte (also zwischen Eisprung und Beginn der nächsten Monatsblutung) kann es sich um das „Prämenstruelle Syndrom“ oder kurz „PMS“ handeln. Die physischen und emotionalen Veränderungen, die bei PMS durchgemacht werden, können dabei von Monat zu Monat unterschiedlich intensiv sein. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome wieder, wenn die Monatsblutung einsetzt. Auch wenn bei den Beschwerden ein ganz bestimmter 2 bis 3-Wochenrhythmus bei Frauen ohne Gebärmutter zu beobachten ist, kann der Grund PMS heißen.  

Man geht davon aus, dass ca. 40% aller Frauen im Alter zwischen 12 und 55 Jahre wenigstens für kurze Zeit so massiv in ihrem Leben von PMS beeinträchtigt werden, dass sie Hilfe suchen müssen. Die Ursachen sind oft ein zusammenhängendes Paket, in dem Hormonmangel, Ernährung, Lebensstil, Lebenseinstellung und Stressbewältigung eine Rolle spielen. Ein wesentlicher Faktor scheinen die zyklischen hormonellen Veränderungen zu sein, da sich die PMS-Symptome durch die hormonellen Schwankungen verändern und während Schwangerschaft und Menopause verschwinden können. Es wird auch vermutet, dass Serotoninschwankungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von PMS spielen. Unzureichende Serotoninspiegel können zudem zu Symptomen wie Müdigkeit, Heißhunger und Schlafstörungen beitragen.

Da PMS von deutschen Ärzten noch weitgehend als typisch weibliche Einbildung oder als psychische Stimmungsschwankung definiert wird, sind wir Frauen oft auf eigene Nachforschungen angewiesen. Es gibt effektive und schnelle Hilfen (z.B. eine Ernährungsumstellung, gezielte Nahrungsergänzungsmittel die nachweislich PMS lindern, wie z. B. Safranextrakt...  PMS ist auch oft die Folge einer Östrogendominanz und eines Progesteronmangels, der festgestellt und behoben werden sollte). Hier kann eine medizinische Fachkraft (Berater) weiterhelfen.

:: Literatur zum Thema
Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen (E.Buchner)

:: Häufige Fragen
Einen Tag vor meiner Blutung habe ich fast regelmäßig einen starken Migräneanfall, ein paar Tag vorher leide ich an "Weltuntergangsstimmung", bin depressiv und für meine Umwelt und meinen Partner eine Zumutung, weil ich zu nichts mehr fähig bin. Kann mir hier geholfen werden?
Bei einer zyklisch spezifischen Mangel- oder Überversorgung von z.B. Progesteron und Estradiol sind wiederkehrende Symptome keine Seltenheit. Ihre Beschreibung könnte in diese Richtung  deuten. Aber auch andere Ursachen können beteiligt sein, wie z.B. zyklische Schilddrüsenschwankungen. Hier wäre eine gezielte Beobachtung (siehe Beobachtungstabellen in den Beobachtungshilfen!) und das Gespräch mit einer damit vertrauten Fachkraft sinnvoll. Finden Sie bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker keine Hilfe, dann helfen wir Ihnen bei der Suche nach einer Fachkraft. Diese kann detaillierter diagnostizieren, welche Zusammenhänge eine Rolle spielen.