Was ist PMS?

Viele Frauen haben den Eindruck, dass ihr Körper Achterbahn spielt: Eine ganze Reihe von Tagen geht es ihnen sehr gut, sie fühlen sich stark, entscheidungs- und handlungsfähig, sie meistern ihren Alltag ohne große Probleme. Und dann kommen wieder diese heimtückischen, verrückten Tage, wo man eine andere Person zu sein scheint. Launen zehren an den Nerven, Kopfweh oder Schmerzen an ganz bestimmten, bekannten Stellen, Allergien oder Ekzeme schlagen zu, Depressionen, z.T. mit heftigen Weinkrämpfen oder Ängsten gepaart. Alles wird einem zuviel, erfreuliche Anlässe und Sexualität werden zum notwendigen Übel und auf Arbeit könnte man ganz verzichten... Tiefe Schuldgefühle schleichen sich ein über das Versagen und Ausrasten, selbst bei Kleinigkeiten.

Diese Symptome sind kein Vorzeigeobjekt wie ein gebrochener Knochen. Wir verstecken und verdrängen sie soweit es geht. Unsere Männer und Kinder, Arbeitskollegen, Nachbarn, Kunden und Schüler sind indirekt betroffen. Sie können oft nicht nachvollziehen, warum die gleiche Person so unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt. Meistens fängt man dann an zu rätseln, woran diese Schwankungen geknüpft sind: Pubertät bei Jugendlichen, Wechseljahre bei 50ern aber dazwischen?

Aufmerksame Beobachter stellen vielleicht fest, dass sich die Symptome in einem ganz bestimmten Rhythmus und Zeitabstand wiederholen. Liegen die schlimmen Tage in der 2. Zyklushälfte, also zwischen Eisprung und Beginn der nächsten Menstruation (Monatsblutung) oder ist ein ganz bestimmter 2 - 3 Wochenrhythmus bei Frauen ohne Gebärmutter zu beobachten, dann handelt es sich vielleicht um das „Prämenstruelle Syndrom“ oder kurz PMS. Man geht davon aus, dass ca. 40% aller Frauen im Alter zwischen 12 und 55 Jahre wenigstens für kurze Zeit so massiv in ihrem Leben von PMS beeinträchtigt werden, dass sie Hilfe suchen müssen. Die Ursachen sind oft ein zusammenhängendes Paket, in dem Hormonmangel, Ernährung, Lebensstil, Lebenseinstellung und Stressbewältigung eine Rolle spielen können. Da PMS in Deutschland noch weitgehend von Ärzten als typisch weibliche Einbildung oder als psychische Stimmungsschwankung definiert wird, sind wir Frauen oft auf eigene Nachforschungen angewiesen. Es gibt effektive und schnelle Hilfen, die in anderen Ländern seit vielen Jahren bekannt, gelehrt und praktiziert werden.

:: Literatur zum Thema
Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen (E.Buchner)

:: Häufige Fragen
Einen Tag vor meiner Blutung habe ich fast regelmäßig einen starken Migräneanfall, ein paar Tag vorher leide ich an "Weltuntergangsstimmung", bin deppressiv und für meine Umwelt und meinen Partner eine Zumutung, weil ich zu nichts mehr fähig bin. Kann mir hier geholfen werden?
Bei einer zyklisch spezifischen Mangel- oder Überversorgung von z.B. Progesteron und Estradiol sind wiederkehrende Symptome keine Seltenheit. Ihre Beschreibung könnte in diese Richtung  deuten. Aber auch andere Ursachen können beteiligt sein, wie z.B. zyklische Schilddrüsenschwankungen. Hier wäre eine gezielte Beobachtung (siehe Beobachtungstabellen in den Beobachtungshilfen!) und das Gespräch mit einer damit vertrauten Fachkraft sinnvoll. Finden Sie bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker keine Hilfe, dann helfen wir Ihnen bei der Suche nach einer Fachkraft. Diese kann im Einzelfall detailierter diagnostizieren, welche Zusammenhänge eine Rolle spielen könnten und welche Testzusammenstellung ratsam wäre. Hormonmangel oder -überschuss kann u.a. in Symptomgruppen oder Tests sichtbar werden. Zusätzlich kann eine hohe Stressbelastung und Nährstoffmangel fast jegliche Symptome verstärken.