Wach auf, Libido!

Eine ausgewogene Freude an Sexualität kann Zufriedenheit und Wohlbefinden in einer Partnerschaft maßgeblich beeinflussen. Dauerhaft fehlende Libido kann eine verbindliche Beziehung gefährden oder „einschlafen“ lassen. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist die sexuelle Lustlosigkeit ein sehr häufiges Problem. Trotzdem liegt die Tabuschwelle sehr hoch.

Zunächst wären hier einige Fragen zu klären:

  1. Handelt es sich um fehlende Freude an der Sexualität (die früher durchaus da war)?
  2. Ist die Libido deshalb schwer zu entfachen, weil der Partner oder die Partnerin ein emotionaler Hinkelstein ist? Oder liegen überzogene, abartige Erwartungen und wenig Sensibilität für die Bedürfnisse der Partnerin / des Partners vor?
  3. Spielt ein hoher Stresspegel oder eine Verausgabung eine Rolle?
  4. Könnten (verdrängte) Trauma-Erfahrungen vorliegen?
  5. Eine „erektile Dysfunktion“ muss nicht, kann aber mit Libidoschwäche verknüpft sein!

Grundsätzliches
Ähnlich wie beim Schlafthema haben beim Thema Libido mehrere Hormone Einfluss. Daher gibt es kein einzelnes, spezielles Libido-Hormon. Die beiden geschlechtsprägenden Hormone Estradiol und Testosteron können eine müde Libido durchaus wach kitzeln. Wir sehen aber auch in einer ausgewogenen Schilddrüsenfunktion und Nebennierenversorgung wesentliche Anteile, dass sowohl Muskelkraft als auch Entspannungsfähigkeit möglich sind. Beides sind wichtige Voraussetzungen für die Libido.

Zu 1. Wird die Libido mit zunehmendem Alter schleichend weniger, dann ist die Wahrscheinlichkeit von Hormonverschiebungen groß. Das kann man relativ leicht mit Hormonmessungen sichtbar machen und mit ganz verschiedenen Hilfen regulieren. Je nach Hormonart sollten hier sinnvolle Testkombinationen zum Einsatz kommen. Vorzugsweise die Schilddrüsenhormone im Blut und die Geschlechtshormone über Speichelproben. Je nach Know-How werden Ihnen medizinische Fachkräfte unterschiedliche Möglichkeiten nennen. Heilpraktiker haben über Pflanzenwirkstoffe, Bewegung, physiotherapeutische Muskelübungen (z.B. vom Kegelmuskel!), Ernährungsfaktoren und D4-Präparaten viele Möglichkeiten. Über eine ärztliche Fachkraft könnten zusätzlich behutsame, körperidentische Hormon-Anwendungen in Anspruch genommen werden.

Zu 2. Tja… leider fehlt oft das Interesse oder Wissen von dem, was dem oder der anderen körperlich Freude bereitet. Im Buch „Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen…“ finden Sie einen Brief an Ihren Partner der zumindest von rein praktischer Seite ein paar Hinweise gibt. Pornografie, Filme und Literatur haben dazu beigetragen, dass Erwartungen hochstilisiert werden, die mit dem natürlichen Menschen und Paarleben wenig zu tun haben. Das fängt bei der Bravo für 12 bis 14-jährige Mädchen an und hört in diversen Illustrierten für Männer noch lange nicht auf.
Umgekehrt sucht manche Frau und mancher Mann zu Unrecht bei sich die Schuld – was die Libido auch gerade fördert. Viele können ja nicht verstehen warum sich die Freude an der Sexualität wie in Luft auflöst.

Zu 3. Überarbeitete Manager, Flugbegleiter oder Kaufleute die oft um die Welt jetten, leben über lange Zeitspannen mit einem sehr hohen Adrenalin- und Cortisolspiegel. Das sind zwei starke „Kampf- und Flucht-Hormone“. In beiden Situationen sind Lust und Entspannung nicht gefragt – daher rutschen Libidofreuden an die unterste Stelle der Prioritätenliste im Körper. Der Alltag fordert höchste Anspannung im beruflichen Überlebenskampf. Den kann man abends auch nicht so einfach abschütteln. Dauerstress oder überwältigende Erschöpfung sind gleichermaßen gründliche Lustkiller. (Alkohol und Nikotin sind an dieser Stelle eine große Versuchung.) Um rechtzeitig ein Burn-out zu vermeiden oder Ursachenbewältigung möglich zu machen, bieten medizinische Fachkräfte oder Stress-Berater verschiedene Möglichkeiten der Begleitung an. Die Universität Osnabrück hat eigens dafür ein Testverfahren entwickelt (TOP Diagnostik IMPART), mit dem Psychologen deutschlandweit arbeiten (siehe Links unten). Hier werden verborgene Stressursachen und bereits vorhandene Stärken sichtbar. Mehr dazu sagt Ihnen unser Psychologe Christian Bekaan.

Das andere Extrem einer völligen Verausgabung (Burn-out) finden wir bei Menschen die mit überwältigenden psychosozialen Einflüssen kämpfen müssen, wie Existenzangst, Pflege und Beziehungskrisen. Diese nimmt der Körper als bedrohliche Stressfaktoren war. In diesen Situationen muss der Körper alle übrig gebliebenen Kräfte sparen um das „Überleben“ zu sichern. Bei chronischen Krankheiten, Magersucht und Hungerzeiten ist das ähnlich.

Zu 4. Jegliches Trauma ist eine immense Belastung für die Nebennieren. Das heißt Stress pur – oft noch Jahre nach dem Ereignis. Wenn Eltern sich trennen, ein enges Familienmitglied lebensgefährlich erkrankt oder stirbt, ein Unfall oder der Zerbruch einer Firma „gehen uns an die Substanz“. Auch hier gelten ähnliche Mechanismen wie bei den stressgeplagten Managern. Die Hormonausschüttung bekommt einen SOS-Modus, der Fortpflanzung zur Nebensache werden lässt. Die Kräfte müssen für das Überleben gespart werden!

Zu 5. Eine „erektile Dysfunktion“ verhindert den eigentlichen Geschlechtsakt, wenn dem männlichen Glied die nötige Steifigkeit fehlt. Dabei kann die Lust sehr wohl vorhanden sein! Allerdings entstehen bei Männern sehr schnell Versagensängste wenn „es“ wieder mal nicht funktionierte! Angst ist immer eine schlechte Voraussetzung für die Libido. Bei der Frau kann das die Angst vor dem plötzlichen Auftauchen der Kinder im Schlafzimmer sein, vor einem Telefonanruf bei Bereitschaftsdienst oder nach einer längeren Abstinenzzeit. Speziell Libido beim Mann und seine hormonellen Faktoren finden Sie ausführlicher beschrieben im Buch „Wie Männer stark bleiben“

Es gibt aber noch weitere Lustkiller!
Neben einem Mangel an Estradiol-, Testosteron- und Cortisolschwäche können auch körperfremde Hormone (Hormonderivate) das Libidofeuer löschen. Bei Einnahme mancher „Pillen“ oder sonstiger hormoneller Verhütungsmethoden könnten die Frauen theoretisch ohne zyklische Einschränkung immer für ungebremste sexuelle Freuden bereit sein – wenn sie nur wollten! Viele Frauen klagen aber gerade dann über fehlende Libido!

Warum das so ist, können gezielte Hormontests sichtbar machen!

Auch bei einer Schilddrüsenstörung oder einer nicht optimal eingestellten Schilddrüsenmedikation kann Libidoschwäche eine Begleiterscheinung sein. Ähnliches können Medikamente bewirken, die bei Krebspatienten die Hormonausschüttung unterdrücken.


:: Links
www.impotenz-selbsthilfe.de/ergaenzungen/libido-mangel.html

Beispiele für Lust killende Wirkungen der Pille findet man auf der Homepage
www.medizinkritik.de

Alternative Empfängnisregelung
http://sympto.ch
www.perle-ev.de
www.nfp-online.de
www.iner.org

Stresshilfen / Stresstests:
http://www.censa.de/front_content.php?idart=255&lang=1
www.impart.de

Hilfen nach Missbrauchserfahrungen
www.weisses-kreuz.de
http://www.weisses-kreuz.de/uploads/
http://www.missbrauch-opfer.info

Österreich
http://sozialmarie.org/uploads/tx_submission/
http://www.missbrauch-opfer.info/

Literatur
http://www.weisses-kreuz-huettenberg.de/index.php