Haarausfall und Hormone

Einem Haarausfall können verschiedene Ursachen zu Grunde liegen. Häufig spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle. Zu Recht wird oft erstmal auf fehlende Nährstoffe und eine Übersäuerung hingewiesen. Eine mangelnde oder zu starke Hormonausschüttung kann jedoch ebenso für Haarausfall verantwortlich sein.
Folgende Hormonauffälligkeiten, die durch den Hormon-Speicheltest sichtbar werden, können nach Einschätzung der Hormonselbsthilfe eine mögliche Ursache für Haarausfall darstellen:

Estradiol: zu wenig
– besonders wenn das Verhältnis zu Testosteron auffallend groß ist! (Estradiol:Testosteron = größer als 1:10).

Testosteron: zu wenig
Ist von „androgenem Haarausfall“ die Rede, wird oftmals ein zu hohes Testosteron verdächtigt! Nach über 10 Jahren Hormonbeobachtung bezüglich Haarausfall können wir das nicht bestätigen. Wenn ein hoher Testosteronwert allein die Haare ausfallen lassen würde, hätten viele junge Männer gar keine Haare mehr auf dem Kopf. Im Alter von 15 bis 25 hat der Mann die höchste Testosteronausschüttung seines Lebens. In diesem Alter haben junge Männer meist dichtes Haupthaar – so wie auch junge Frauen. Ältere Männer bei denen das Testosteron graduell abnimmt entwickeln dagegen oft eine Glatze. Daher sehen wir es kritisch, wenn Testosteron durch Medikamente unterdrückt wird, um beispielsweise einen Haarausfall zu verhindern, ohne das Testosteron vorher zu überprüfen.

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Adrenalin: zu hoch

Schilddrüsenhormone T3 und T4: zu viel oder zu wenig! Beide Schilddrüsen-Extreme können für Haarausfall in verschiedener Ausprägung verantwortlich sein. Symptome die eine Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion verdeutlichen können, finden Sie im Themenbereich Schilddrüse auf dieser Webseite. Die Testung Schilddrüsenfunktion kann per Bluttest über Ihren gewohnten Internisten oder Endokrinologen – sofern er bereit ist eine gründliche Diagnostik, inklusive TSH, FT 3 und FT 4, vorzunehmen.

Geschlechtshormone: Freies Estradiol und freies Testosteron überprüfen
Eine Messung per Speichelhormontest kann von zu Hause aus erfolgen. Bei Frauen mit Regelblutungen sollte die Testung möglichst am 20. Zyklustag erfolgen, bei Frauen ohne Regelblutungen, Kindern und Männern in einer symptomreichen Phase.

Therapie:
Mit einer damit vertrauten Fachkraft wäre zu klären, wie Nährstoffmängel oder eine hormonelle Schieflage diagnostiziert und mit natürlichen Substanzen über Nahrung, Medikamenten oder Pflanzenprodukten ausgeglichen werden können. Andere Faktoren können ebenfalls hinter Haarausfall stecken und sollten überprüft werden.
Wenn Sie jemand suchen, der beratend zur Seite stehen kann, dann finden Sie auf dieser Webseite den Menüpunkt Berater. Hier sind viele geschulte Ansprechpartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgelistet. Diese Fachkräfte und Selbsthilfe-Begleiter geben auf Fragen dieser Richtung kompetente Antworten. Die Liste ist nach Postleitzahlen geordnet, sodass regionale Kontakte schnell zu finden sind. Ein Anruf genügt, um mit ihnen in Kontakt zu kommen und weitere Schritte einzuleiten.

Fachkräfte haben die Möglichkeit auf Schulungen der Hormonselbsthilfe mehr über dieses Thema zu lernen. Literatur über Hormonzusammenhänge oder Schulungen für Ihre therapeutische Arbeit, finden Sie auf dieser Webseite unter Angebote und Veranstaltungen.


:: Links
Selbsthilfeorganisation Alopecia areata
www.kreisrunderhaarausfall.de