Depression und Schilddrüsenstörungen
Stellungnahmen von Fachleuten
…zusammengetragen von unserer Kundin Fr. Churkovic
Prof. Dr. Joachim Feldkamp schreibt Folgendes über
PPD:
Zitat: „…Eine
Risikogruppe stellen auch Frauen nach der Geburt eines Kindes dar. In ca. 9%
der Fälle kann sich eine postpartum
Thyreoiditis mit erhöhten Schilddrüsenantikörperwerten und auch
Funktionsstörungen der Schilddrüse entwickeln. Depressionen können dabei ein
begleitendes Symptom sein. Nicht selten wird die neue Situation besonders
beim ersten Kind im Sinne einer mütterlichen Überlastungsreaktion angesehen,
bevor an die Möglichkeit einer Schilddrüsenerkrankung als Ursache gedacht wird.
In der Regel reicht es nach heutigem Kenntnisstand aus, eine reine Thyroxin-Substitution
auch zur Behandlung der psychischen Symptome der Hypothyreose durchzuführen.
Bei ungenügendem Ansprechen kann im Individualfall eine Kombinationsbehandlung
mit einem T3/T4-Kombinationspräparat erfolgen..“
Quelle: http://www.forum-schilddruese.de/bauteile/texte/fs_fachinfo_psyche.pdf
Betroffen sind vor allem Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft eine Erhöhung der Schilddrüsenantikörper aufwiesen. In einem Teil der Fälle kommt es zu Funktionsstörungen der Schilddrüse, sodass eine Behandlung notwendig wird. In jedem Falle sollte bei Symptomen der Mutter nach der Geburt eines Kindes, die nicht klar einzuordnen sind, auch an das Vorliegen einer solchen Autoimmunstörung der Schilddrüse gedacht werden. Schon in manchen Fällen hat sich eine »Postpartum-Depression« als Funktionsbeeinträchtigung der Schilddrüse entpuppt (10, 11). Autor: Dr. med. Joachim Feldkamp Klinik für Allgemeinmedizin, Endokrinologie und Diabetologie.
Dr. Berndt
Rieger schreibt in seinem Buch „
Die Schilddrüse“- Balance für Körper und Seele
Zitat: „….Die
hohe Bedeutung der Schilddrüse ließ sich in früher Zeit an Menschen ablesen,
die ohne Schilddrüse geboren waren oder durch Jodmangel ein Erscheinungsbild
annahmen, das man einen „Kretin“ nannte. Sie waren kleinwüchsig, missgestaltet,
dicklich, geistes- und willensschwach. Mit heutigen Worten
formuliert: Es fehlte ihnen alles, was Menschen begehrenswert und erfolgreich
macht, vor allem Anmut und Geist, denn beides ist das Ergebnis von Wachstum und
Reifung. Damals glaubte man, es handle sich bei den Kretins um „Missgeburten“,
also um eine Folge genetischer Defekte…“
Weitere Links zur Schilddrüse und Psyche
Zitat: „…Eingestuft als psychisch krank ... das Risiko von Fehldiagnosen
Wegen der Auswirkungen auf die Psyche besteht ein erhebliches
Risiko, dass Schilddrüsenerkrankungen als psychische Störungen
fehldiagnostiziert werden!...
„Fast alle endokrinen Erkrankungen können psychische Symptome
hervorrufen - eine Tatsache, die Ärzte bei der Diagnose oft nicht bedenken. Überschuss
an Schilddrüsenhormonen kann zu Stimmungsschwankungen, psychomotorischer
Unruhe, Angstzuständen, Depressionen oder psychotischen Symptomen führen.
Hypothyreosen induzieren oft Depressionen, Lethargie, Psychosen oder
Angstsymptome. Nicht selten geht bei Funktionsstörungen der Schilddrüse
die psychische Symptomatik den organischen Beschwerden voraus..”
Autor: Dr. med. Angelika Bischoff: http://www.aerztlichepraxis.de/rw_4_Archiv_HoleArtikel_335100_Artikel.htm
Quelle: http://www.schilddruesenguide.de/sd_psyche.html
Immunleiden der Schilddrüse mit Depressionen verknüpft
Zitat: „…Obwohl
T3, T4 und TSH bei allen Studienteilnehmern im Normbereich lag, wiesen
Depressive höhere Level von Thyreoid-bindenden inhibitorischen Immunglobulinen
(TBII) im Blut auf, was die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen kann..“
Quelle: http://www.aerztlichepraxis.de/rw_4_Archiv_HoleArtikel_343907_Artikel.htm
Zitat:„…Es
gibt eine enge Beziehung zwischen der psychischen Befindlichkeit des Menschen
und seiner Schilddrüsenfunktion. Sowohl die Unterfunktion (Hypothyreose) wie
auch die Überfunktion (Hyperthyreose) sind mit psychischen Symptomen gekoppelt.
Die
Skala der Symptomenvielfalt reicht dabei von Antriebsarmut bis zur Agonie und
von leichter innerer Unruhe bis zu Panikattacken und Psychosen mit wahnhaftem
Erleben (Heinrich, Grahm)“ Autor: Prof.
Dr. Joachim Feldkamp
Quelle: http://www.forum-schilddruese.de/bauteile/texte/fs_fachinfo_psyche.pdf
Zitat:„…Bei
der Hashimoto Enzephalopathie (griech. für Gehirnleiden) handelt es sich um das
gemeinsame Auftreten einer Hashimoto Thyreoiditis und neurologischen Symptomen.
Zusammen mit sehr hohen Werten der für die Hashimoto Thyreoiditis
charakteristischen TPO- und TG-Antikörpern (TPO-AK und TG-AK) können im Falle
der Hashimoto Enzephalopathie (HE) schlaganfallähnliche Syndrome, epileptische
Anfälle, Psychosen, schwere Depressionen, motorische und kognitive Störungen
etc. auftreten. Die Ausprägung der genannten Symptome kann sehr unterschiedlich
sein, wodurch man erst durch Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen zur
Diagnose der Hashimoto Enzephalopathie kommt.
Quelle: http://www.kit-online.org/Hashimoto-Enzephalopathie
Somatische Symptome einer SD-Unterfunktion:
Zitat: „…Antriebslosigkeit,
Verlangsamung des Denkens, Depressive Stimmungslage bis hin zu völliger Agonie,
Müdigkeit, Gewichtszunahme trotz geringen Appetits, Verlust an Initiative,
Desinteresse, Konzentrationsstörungen, “dementielles Bild“, Verlangsamung des
Pulses, Verstopfung und Blähungen, niedriger Blutdruck, Zyklusstörungen,
Schwächegefühl. Manche Patienten leiden unter Suizidgedanken..“
Quelle: http://kit-online.org/acc/Boensch-SDundDepression.pdf
Hypothyroidism: Sensitive Diagnosis and Optimal Treatment
of All Types and Grades-A Comprehensive Hypothesis by John V. Dommisse, MD.
Zitat: „…Psychiatrists have known for a long time that even in the
absence of diagnosed hypothyroidism low T3
levels are actually causative factors in
depression. The depression is rendered refractory
by the low T3 state, and will frequently not respond to any antidepressant medication unless T3 is
used to “augment” the antidepressant medication. In
bipolar-affective-disordered/manic-depressive patients, leading psychiatrists
have advocated and successfully used thyroid hormone treatment, especially supraphysiologic doses of T4, to
help reduce the frequency and severity of the moodswings. In approximately
one-sixth of individuals on lithium therapy, thyroid function is lowered to a
frankly hypothyroid level. When a more inclusive definition of hypothyroidism
is used, there may be substantial numbers of other patients who should be
considered to be rendered hypothyroid by lithium. So,
many of the psychiatric cases who are regarded as euthyroid may in fact be
cases of grade 3 primary hypothyroidism, secondary or tertiary hypothyroidism,
or “euthyroid sick syndrome” hypothyroidism. The term “euthyroid sick” is now being openly
disputed, meaning that the T3 used in augmenting antidepressant treatment may in
fact be a “backdoor” entry to the thyroid treatment of refractorily depressed
hypothyroid patients, until now regarded as euthyroid by the current approach
to diagnosis..”
Quelle: http://www.thyroidscience.com/hypotheses/dommisse.feb.2008/dommisse.feb.2008.pdf
Frauen
sind während der Pubertät, Prämenopause, Perimenopause und danach oft von
Schilddrüsenfehlfunktionen betroffen. Dies gilt auch während und nach einer
Schwangerschaft. Man sollte aus diesem Grund bei hormonellen Störungen immer
die Schilddrüse gründlich mit untersuchen lassen und den behandelnden
Arzt darauf ansprechen.
Einige Betroffene
bräuchten vielleicht zusätzliche Schilddrüsenhormone, andere vielleicht
deutlich geringere Dosierungen. Es gibt sehr verschiedenen Wirkstoff-Variationen
und Anwendungsmöglichkeiten. Deshalb muss sinnvoller Weise mit einem damit
vertrauten Arzt oder Heilpraktiker die auffallenden Symptome durchgesprochen
werden. Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass die meisten Frauenärzte ganz schnell Pillen verschreiben – ohne den
Hormonstatus der Frau oder des jungen Mädchens zu kennen. Dies sind aber synthetische
Hormonpräparate (in Pille, Hormonspirale, Hormonring usw.). Synthetische
Hormone sind unserem Organismus total fremd und können uns auf Dauer mehr
schaden als helfen.




